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Dieser Bereich ist ursprünglich durch meine Aktivitäten im Bereich der Sportrasenpflege entstanden. Als mittlerweile  2. Vorsitzender beim FC Mönninghausen  www.fcmoenninghausen.de  habe ich mich im Jahr 2006 dazu entschieden die Platzpflege  und somit auch das Amt des Greenkeepers zu übernehmen.

Dadurch habe ich nun die Möglichkeit theoretische Kenntnisse im Umgang mit Gräsern in praktische Erfahrungen umzusetzen. Speziell Gräser auf hoch strapazierten Flächen benötigen angepasste Pflegemaßnahmen.  Diese kann ich in Zukunft auf normalen Zierrasenflächen wie auch auf stark beanspruchten Pferdeweiden bzw. Grünlandflächen anwenden. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den einzelnen Bereichen können miteinander verknüpft und dadurch weitere Verbesserungen in den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten der Gräser erzielt werden. Durch meine beruflichen Kontakte zu professionellen Greenkeepern erhalte ich speziell für die Sportrasenpflege wertvolle Denkanstösse die ich in den letzten drei Jahren dann vor allem auf dem Rasenplatz in Mönninghausen umgesetzt habe. Durch die stetigen Verbesserungen an der Sportanlage in Mönninghausen sind viele Nachbarvereine auf meine Aktivitäten aufmerksam geworden. Nachdem ich bereits im vergangenem Jahr auch bei anderen Vereinen einen Teil der Rasenpflege übernommen habe werden werde ich in den nächsten Jahren weitere Referenzen in diesem Bereich bekommen.  

 

   

Besuch Signal Iduna Park 2007

 

Besuch Veltins Arena 2008

 Sportrasen-  und Sportplatzpflege

Als noch aktiver Spieler weiss ich die Vorteile eines optimalen Rasenplatzes zu schätzen. Nicht nur die spieltechnischen Eigenschaften verbessern sich deutlich sondern vor allem auch die Spielfreude nimmt spürbar zu. In vielen Amateurvereinen wird die Platzpflege aus meiner Sicht nur halbherzig betrieben. Dies zeigt sich schon bei der Durchführung der Spielfeldmarkierung - hieraus lassen sich häufig schon Rückschlüsse ziehen in wie weit ein Verein überhaupt gewillt ist etwas am Gesamtzustandes des Platzes zu verbessern -> lesen Sie hierzu bitte auch unter der Rubrik Spielfeldmarkierungen. Viele Clubs schrecken vor den zunächst höheren Kosten der Platzunterhaltung zurück. Oft scheitern solche Maßnahmen dann vor allem auch an den sinkenden Zuschüssen für die Platzpflege. Durch einfache und kostengünstige Maßnahmen können sich jedoch bereits nach 1 - 2 Jahren erhebliche Verbesserungen einstellen. Hier biete ich interessierten Vereinen zunächst an eine Bestandsaufnahme durchzuführen. Das heisst in welchem Zustand befindet sich der Platz - Zusammensetzung der Grasnarbe, Aufspüren von Bodenverdichtungen, Bodenzusammensetzung usw.. Nach dieser werden die möglichen Maßnahmen auch den finanziellen Gegebenheiten angepasst.

Sportrasengräser müssen höchste Wuchsleistungen erbringen, da sie ständig durch Spiele und Trainingseinheiten stark strapaziert werden. Substanzverluste durch Beschädigungen und Verletzungen an den Gräsern müssen immer wieder ausgeglichen werden, damit die Lücken geschlossen werden. Gerade für dieses Regenerationsvermögen benötigen die Gräser bedarfsgerechte Pflegemaßnahmen. Neben der Belastung durch den Spielbetrieb können also auch mangelhafte Pflegemaßnahmen zu Rasenschäden führen. Hierzu zählen vor allem unregelmäßige Schnitte, keine oder schlechte Beregnung und eine nicht angepasste Nährstoffversorgung.

Der Rasenschnitt zählt zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen zur Erreichung einer angestrebten Rasenqualität. Zur Förderung der im Sportplatz erwünschten Arten Lolium perenne = Deutsches Weidelgras und Poa pratensis = Wiesenrispe ergibt sich eine optimale Schnitthöhe von 3-4 cm. Bei unterschreiten dieser Schnittlinie werden die genannten Arten in der Entwicklung deutlich geschwächt, und die unerwünschte Grasart Poa annua jährige Rispe gewinnt höhere Anteile im Pflanzenbestand, da sie eher tiefschnittverträglich ist.  Gerade wenn der Rasenschnitt durch die Kommunen durchgeführt wird, sollten die Vereine bei wüchsigem Wetter auf kürzere Schnittintervalle drängen. Da der Rasenschnitt zudem häufig auf den Plätzen verbleibt ist auf eine gute Verteilung des Schnittgutes zu achten. Der Schnittzeitpunkt sollte sich am Wachstum der Gräser orientieren, wobei durch den Schnitt maximal die halbe Aufwuchshöhe entfernt wird. Die sogenannte "Drittelregel" bedeutet, dass nur ein Drittel des Aufwuchses entfernt wird, damit eine hohe Narbendichte und ein optimaler Rasenaspekt erreicht werden. Auf Sportrasenflächen hat sich nicht zuletzt aus diesem Grund der Spindelmäher etabliert.  

Die Beregnung ist vor allem auf sandigen Böden ein wichtiger Baustein bei der Rasenpflege. Zur Ehaltung und Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit benötigen Rasensportflächen deshalb eine ausreichende Wasserversorgung. Je nach Bodenart und Beregnungsmöglichkeit sollte eine angepasste Strategie erfolgen. Der durchschnittliche Wasserbedarf liegt bei 2,5 l/m² und schwankt je nach Grasart, Temperatur und Verdunstung. Durch häufige Beregnungsmaßnahmen gewöhnen sich die Gräser an das ausreichende Wasserangebot und reduzieren folglich Ihre Feinwurzeln in tieferen Bodenschichten. Gerade bei trockenen Witterungsphasen müssten solche Rasenplätze dann häufiger gesprengt werden um die "verwöhnten" Gräser mit ausreichend Wasser versorgen zu können. Auf "Naturplätzen" mit guter Wasserspeicherfähigkeit könnte eine reduzierte Beregnungsintensität dazu führen dass Gräserarten ein ausgeprägteres Wurzelsystem bekommen, da sie sich nach Wasservorräten in tiefern Bodenschichten strecken müssen. Eine übermäßige Beregnung auf "Naturplätzen" kann also auch Nachteile haben. Auf Sportplätzen nach DIN Aufbau ist eine Beregnung aufgrund des hohen Anteils von Sand in der Rasentragschicht unumgänglich. In Abhängigkeit vom Temperaturverlauf in den Sommermonaten führt dies in der Praxis zu variablen Beregnungsintervallen. Extreme Situationen mit anhaltenden Temperaturen über 30° Grad erfordern sicherlich eine angepasste Beregnungsintensität - egal welche Bodenverhältnisse vorliegen. In diesem Zeitraum sollte aufgrund der hohen Verdunstungsrate dann ausschließlich abends oder nachts bewässert werden.

Die Nährstoffversorgung - Düngung - zählt neben den beiden beschriebenen Pflegemaßnahmen zu den wichtigsten Kriterien der Grundpflege. Das Kernelement in der Rasendüngung ist der Stickstoff  (N). Der Hauptnährstoff fördert nicht nur das oberirdische Blattwachstum sondern sorgt bei angemessener Dosierung auch für eine Erhöhung der Wurzelmasse. Der N - Bedarf ist maßgeblich von den Gräserzusammensetzung der Narbe abhängig. Für die oben aufgeführten Sportrasengräser Lolium perenne und Poa pratensis liegt der Rein-N Bedarf bei 25 - 30 gr/m² und Jahr. Gerade bei Rasensportplätzen spielt die Benutzungsintensität eine wichtige Rolle. Generell gilt je höher die Belastung desto höher der N - Bedarf. Bei einer Sportplatzgröße von knapp 8000 m² ergibt sich also ein Bedarf von ca. 220 kg reinem Stickstoff pro Jahr. Das wären bei einem angenommenen Gehalt von 20% N in einem Dünger etwa 1 Tonne/ Jahr und Platz.. Diese Menge sollte in mehreren kleinen Gaben über das Jahr gestreut werden. Schwerpunktmäßig zu den Hauptwachstumsphasen im Frühjahr. Neben den N Gehalten sind zudem noch die Anteile der Grundnährstoffe Phosphor und Kalium maßgebend. Diese Nährstoffe werden von den Gräsern im Verhältnis N-P-K : 1-0,4-0,8 aufgenommen. Das heisst also mit 1 kg N werden 0,4 kg Phosphor und 0,8 kg Kali in die Pflanze transportiert. D.h. bei der Zusammenstellung der Düngestrategie sollte auch auf die Zusammensetzung der entsprechenden Düngemittel geachtet werden. Zudem sollte noch der Bedarf an Spurenelementen  berücksichtigt werden. Der Einsatz von Langzeitdüngern wird in vielen Vereinen /Kommunen nicht zuletzt auch aus Sicht der Arbeitserledigung favorisiert. Der Einsatz von günstigeren und schnellerwirkenden Düngern ist zwar auch mit einem höherern Arbeitsaufwand verbunden, kann aber bei richtiger Anwendung durchaus Sinn machen und kann dann unter´m Strich sogar deutlich günstiger sein.

Ausführlichere Informationen zu diesen Themen finden sie unter:   www.rasen.de 

Die Beschreibung der Grundlagen zur Rasenpflege zeigt wie anspruchsvoll dieser Bereich ist. Die Anpassung der Pflegemaßnahmen an den Standort und die Nutzungsintensität sind das Fundament für eine nachhaltige Verbesserung von Rasenplätzen. GREEN TEC bietet für jeden Amateur- und auch professionelleren Verein maßgeschneiderte Verbesserungskonzepte, die vor allem auch an das zur Verfügung stehende Budget angepasst werden. Die zunehmende Verbesserung der Platzeigenschaften können dann vor allem auch auf die sportlichen Leistungen im Verein Einfluss nehmen. 

Diese Maßnahmen zur Erhaltungs- und Regenerationspflege werden angeboten:

Besanden - Aerifizieren - Striegeln - Nachsaat - Unkrautbekämpfung

 Besanden

Das Besanden bei Erhaltungs- bzw. Renovationsmaßnahmen findet je nach Bodenart und Witterung entweder vor oder nach dem Aerifizieren (Tiefenlockern) statt. Voraussetzung für eine genügende Veränderung der oberen Bodenschicht zur Schaffung und Erhaltung von Wasserdurchlässigkeit und Stabilität sind ausreichend große Sandmengen. Sie richten sich nach dem Grad der Nichteignung des anstehenden Bodens. d.h. nach dem Korrekturbedarf. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass normgerechte Rasentragschichten von 100 bis 150 mm Dicke weitgehend aus Sand bestehen oder sogar oberbodenlos hergestellt werden, erfordern "Naturplätze" bzw. herkömmlich gebaute Rasensportflächen mit bindigen oder humosen Böden folglich einen erheblichen Besandungsaufwand, um eine tragschichtähnliche Oberschicht zu schaffen. Beispielweise wurden auf dem Rasenplatz in Mönninghausen in den letzten drei Jahren ca. 250 to Sand eingebaut. Was einer Gabe von ca. 10 Liter Sand /Jahr und m² entspricht. Da sich herkömmlich gebaute Plätze wie auch in Mönninghausen, häufig durch sehr bindige Böden auszeichnen, können durch eine stetige Abmagerung des Bodens mit Hilfe von Sand, die Platzeigenschaften deutlich verbessert werden. Häufig reichen auf diesen Böden empfohlene Sandmengen von 5 Liter/Jahr und m² bei weitem nicht aus. Hier sind Sandmengen in der Größenordnung von bis zu 20 Liter/ Jahr und m² erforderlich. Zur Besandung geeignete Sande müssen verschleiß- und witterungsbeständig sein. Folglich kommen vorrangig Quarzsande bzw. Sande mit einem geringen löslichen Kalkanteil in Betracht. Um den erforderlichen "Vermagerungseffekt" zu bewirken, müssen Sande darüber hinaus weitesgehend schlämmkornfrei sein; d.h. es sind vornehmlich gewaschene Sande zu verwenden. In der Vergangenheit haben sich hier vor allem Putz- und Mauersande nicht zuletzt auch aus kostengründen bewährt. Die Sandkörnung muss ein Einrieseln in den Wurzelhorizont, eine genügende Texturveränderung des Bodens und eine ausreichende Scherfestigkeit der Grasnarbe garantieren. Empfohlen wird gewaschener Sand (0/2 - feinsandarm).

   

Besanden mit Großflächenstreuer

 

Platz nach Besanden mit ca. 50 to Sand

Für eine erstmalige Besandung herkömmlicher Rasenplätze wird eine Ausbringung von ca. 50 to Sand im Frühjahr empfohlen - Zeitraum März - April. Nach einer zeitigen Ausbringung im Frühjahr besteht dann die Möglichkeit einer   weiteren "Maßnahme" bereits in der Sommerpause im Juni. Der Sand aus dem Frühjahr ist zu diesem Zeitpunkt bereits in der Rasentragschicht "verschwunden". Eine weitere zweite Gabe von ca. 50 to ist also nach dem letzten Saisonspiel ohne weiteres möglich.

Durch das Ausbringen von Sand werden mehrere positive Effekte erzielt:

  • Ausgleich von Unebenheiten
  • Verringerung von Rasenfilz
  • Verbesserung der Wasser- und Luftdurchlässigkeit
  • schnelleres Abtrocknen nach Regen -> bessere Bespielbarkeit im Herbst Frühjahr 

 Idealerweise wird das Besanden dann jedes mal mit einer Tiefenlockerung bzw. mit dem Aerifizieren verbunden.

 Aerifizieren

Unter Aerifiziren versteht man das Durchlöchern des Bodens bis zu einer Tiefe von 15 cm. In Verbindung mit einer Besandung können dann vor allem die plastischen Eigenschaften des Bodens deutlich verbessert werden. Zusätzlich wird der Luftaustausch im Boden gefördert - dies fördert vor allem das Wurzelwachstum und die biologische Aktivität des Bodens. Prinzipiell kann man sagen, dass stark ausgeprägte Wurzelsysteme bei Gräser die Belastbarkeit und die Regenarationsfreudigkeit deutlich steigern können. In der Abbildung unten kann man erkennen wie sich das Wurzelsystem nach dem Aerifizieren weiter ausbildet. Zudem wird hierdruch auch das Infiltrationsvermögen des Bodens gesteigert. Aerifizierte Böden können deutlich mehr Wasser in tiefere Schichten ableiten. Oberflächliche Bodenverdichtungen, die es vor allem auf Sportrasenflächen gibt, werden beseitigt.   

Auswirkungen des Aerifizierens auf die Rasentragschicht und den Wurzelhorizont

      

Rasensode mit Boden und langen Wurzeln Signal Iduna Park

 

Optimale Wurzelausbildung auf einem DIN Platz

 

Rasensode nach dem Aerifizieren und Besanden

Das Aerifizieren wird mit einem Verti Drain® durchgeführt. Dieses Gerät ist mit sogenannten Spoons besetzt. Diese können je nach Bodenzustand bis zu 15 cm in den Wurzelhorizont eindringen. Je nach Bodenart kommen entweder Hohl- oder Vollspoons zum Einsatz. Vollspoons erreichen zwar oft größere Tiefen, Sie arbeiten allerdings nach dem Verdrängungsprinzip. Hohlspoons fördern das "ausgestanzte" Bodenmaterial nach oben. Die Bodekerne verbleiben auf der Fläche und müssten dann vor allem auf lehmigen, bindigen Böden mit zusätzlichem Arbeitsaufwand abgekehrt werden. Mit einer kombinierten Besandung könnte somit auf "Naturplätzen" ein gewisser Teil des Bodens ausgetauscht werden, wodurch sich die Platzeigenschaften nachhaltig verbessern liessen. Egal ob Voll- oder Hohlspoons, entscheidend für den Erfolg sind die Lochzahlen /m². Je nach Durchmesser der Spoons bzw. Zinken sollten Lochzahlen von 200 - 800 Löcher /m² angestrebt werden. 

         

Verti Drain Trainingszentrum Borussia Dortmund in Dortmund-Brackel

 

Verti Drain im Einsatz Trainingszentrum BVB nach Besanden

 

Verti Drain mit Vollspoons Sportplatz Mönninghausen

 

Wenn das Video nicht funktioniert können Sie unter folgendem Link das Verti Drain im Einsatz zu sehen:

//youtube.com/watch?v=2rnsZBhw-Us  

Das Aerifizieren mit Besanden fördert also in erster Linie das Wurzelwachstum. Neben einem kontinuierlichem Ausgleich von Bodenunebenheiten verbessern sich vor allem auch die Wachstumsbedingungen und damit das Regenerationsvermögen der Gräser. Diese Auswirkungen sind auch auf dem Rasenplatz in Mönninghausen deutlich zu spüren. Doch reichen diese beiden Maßnahmen alleine bei weitem noch nicht aus. Ein wichtiger Faktor ist vor allem das Pflanzenmaterial. Gerade hier hat es aus Sicht der Gräserzüchtung deutliche Verbesserung in den letzten Jahren gegeben. Durch ein stetiges "Striegeln" in Kombination mit einer Nachsaat lassen sich hochwertige und vor allem sehr strapazierfähige Gräser auf Rasenplätzen etablieren.   

 Striegeln

Unter Striegeln versteht man die Bearbeitung von Rasenflächen mit einem überdimensionalen "Kamm". Im Prinzip Vergleichbar mit dem Vertikutieren. Beim Vertikutieren besteht jedoch die Möglichkeit mit entsprechendem Gerät in den Wurzelhorizont einzuschneiden. Der Vorteil hierbei ist, dass speziell auch das Wurzelwachstum mit angeregt wird. Beim Striegeln ist das ohne weiteres nicht möglich. Bei dieser Maßnahme werden vor allem flachwurzelnde und damit unerwünschte Gräser aus der Narbe förmlich herausgerissen.

 

Rasenstriegel im Einsatz

Durch in schnelles Überfahren der Grasnarbe werden die flachwurzelnden Gräser herausgerissen und die Narbe dadurch gelüftet. Der Widerstand der Zinken lässt sich entsprechend verstellen. Je höher der Anteil schlechter Gräserarten desto schärfer sollte der Striegel eingestellt werden. Auch eine mehrfache Überfahrt in Längs- und Querrichtung ist empfehlenswert. Der herausgelöste Rasenfilz sollte dann wenn möglich abgekehrt und abgefahren werden. 

Zu den unerwünschten Gräsern zählt vor allem die jährige Rispe Poa annua. Diese Gräserart ist in keinster Weise strapazierfähig und führt bei Belastungen schnell zu unerwünschten Lücken und Löchern in der Narbe.  Nach meinen Einschätzungen ist die jährige Rispe vor allem auf älteren Rasenplätzen bis zu einem Anteil von 80 - 90 % in den Narben vorhanden. Das solche Plätze in keinster Weise belastbar sind, versteht sich dann wohl von selbst. Eine völliges Verdrängen der jährigen Rispe ist zwar nicht vollständig möglich - Ziel sollte es aber sein den Anteil der jährigen Rispe deutlich zu senken. Auch im professionellen Bereich ist die Bekämpfung der Poa annua immer eine Herausforderung. Geringe Anteile werden aber auch hier geduldet. Zu erkennen ist diese Art  insbesondere durch das schnelle bilden des Fruchtstandes (Rispe). Die jährige Rispe blüht bereits wieder wenige Tage nach einem Schnitt. Diese zügige Entwicklung nutzt die jährige Rispe auch für ihre unerwünschte Ausbreitung in der Fläche. Wenn in einem wüchsigem Zeitraum der Rasenschnitt zu spät erfolgt, kann diese Art bereits in die Versamung gelangen - eine weitere Ausbreitung und damit Verschlechterung der Narbenqualität ist die Folge.

   

Jährige Rispe "Poa annua" im Profi Rasen (Schalke Arena)

 

Massiver Besatz mit "Poa annua" in einem Sportrasen

 

Poa annua Besatz

Auf diesem Bild ist vor allem auch die ünerwünschte "Schattierung" durch den Poa annua Besatz zu erkennen. Da die jährige Rispe eine deutlich hellere Farbe besitzt als die wertvolleren Gräser ist ihr Anteil in der Narbe sehr gut zu sehen. Wie bereits ewähnt ist das auch im Profibereich ein Problem. Diese Aufnahme enstand auf dem Trainingsgelände von Borussia Dortmund in Dortmund Brackel. Der Anteil hier ist aber durchaus im vertretbaren Bereich. 

 Nachsaat

Alle vorgestellten Maßnahmen bringen unterm Strich nichts, wenn eine notwendige Nachsaat ausbleibt. Die durch die Maßnahmen geschaffenen Lücken müssen zwingend mit wertvollen Gräsern besetzt werden, um die Rasenflächen nachhaltig zu verbessern. Im Sport- und Gebrauchsrasen kommen vor allem das Deutsche Weidelgras - Lolium perenne und die Wiesenrispe - Poa pratensis zum Einsatz. Hier gibt es enorme Unterschiede zwischen den jeweiligen Sorten. Die Gräserzüchtung hat in den letzten Jahren neue Maßstäbe gesetzt. Neu gezüchtete Sorten werden vom Bundessortenamt zugelassen und nach verschiedenen Kriterien eingestuft. Für diese Einstufung werden Noten bzw. Ausprägungsstufen vergeben. Nachzulesen sind diese in der beshreibenden Sortenliste für Rasengräser vom Bundessortenamt in Hannover. Diese erscheint im zweijährigen Turnus in den geraden Jahren. Für den Einsatz geeigneter Mischungen ist ein Blick in diese Liste empfehlenswert. Die DSV stellt seit Jahren im Bereich der Wiesenrispe die hochwertigste und damit auch bekannteste Sorte LIMOUSINE. Als eine der strapazierfähigsten Wiesenrispen überhaupt konnte sie sogar das Kompetenzteam Rasen der WM 2006 in Deutschland überzeugen. Wurden für die Herstellung des viel diskutierten WM Rasens vornehmlich holländische Sorten verwendet, so kamen die "Rasenexperten" an der Sorte LIMOUSINE nicht vorbei. Diese befindet sich auch heute noch in den meisten hochwertigen Mischungen für Sportrasen. Neuere Sorten mit gleichen Qualitätseigenschaften wurden in den letzten Jahren von der DSV zwar eingeführt - diese müssen sich jedoch in Zukunft noch bewähren. Neuere vergleichbare Sorten sind LINCOLNSHIRE und LINARES. Das Deutsche Weidelgras ist im Geegensatz zur Wiesenrispe besonders für die Nachsaat geeignet. Die Wiesenrispe hat eine extrem lange Keimdauer - d.h. von der Aussaat bis zur Keimung vergehen bis zu 3 Wochen. Eine wüchsige Grasnarbe würde in dieser Zeit den Keimling regelrecht ersticken. Wiesenrispe ist also nur bedingt geeignet. Das Deutsche Weidelgras hat den Vorteil, dass es bereits nach 2-3 Tagen keimt - es kann sich also gegen eine vorhandene Narbe durchsetzen. Zudem ist das Deutsche Weidelgras ähnlich strapazierfähig wie die Wiesenrispe. Geeignete Sorten aus der DSV Züchtung sind neben den neueren Sorten VESUVIUS und QUINTUS vor allem LISUNA un PLAISIR. Die eingesetzten Sorten konnten auf dem Rasenplatz in Mönninghausen bereits etabliert werden - die bessern Eigenschaften der Sorten sind vor allem im Bereich vor den Toren zu spüren. Die höhere Belastbarkeit der neuen Sorten hat dazu geführt, dass diese Bereiche nicht mehr so schnell durchgespielt sind. 

Die Zusammensetzungen aktuell angebotener Sportrasenmischungen beruhen auf diesen Eigenschaften. Für die Nachsaat und Neuansaat sollten immer Mischungen verschiedener Arten und Sorten zum Einsatz kommen. Vor allem um eine gewisse Bandbreite der Qualitäts- und Resistenzeigenschaften zu erhalten. Die Mischungszusammensetzungen werden durch die FFL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau) beschrieben und jedes Jahr in einer Broschüre veröffentlicht. Die beschriebenen Zusammensetzungen werden an neuere Anforderungen und Erkenntnisse aus der Praxis angepasst. Angebotene Saatgutmischungen sollten immer den RSM Anforderungen gerecht werden. Sorten die nicht von der FFL für RSM empfohlen werden, sollten auch nicht verwendet werden. Für den Sportrasenbereich gibt es zwei Standardmischungen:

RSM 3.1. Sportrasen Neuanlage  (Aufwandmenge bei Neuansaat 40 gr/m²)

60 % Wiesenrispe (Poa Pratensis) 3 empfohlene Sorten 

40 % Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) 2 empfohlene Sorten     

Diese Mischung eignet sich für die komplette Neuanlage von Sportrasenflächen. Die Wiesenrispe muss sich bei einer Neuanlage nicht gegen eine vorhandene Narbe durchsetzen - der Nachteil der längeren Keimdauer kann hier also vernachlässigt werden. Ein hoher Anteil Wiesenrispe in einer Narbe erhöht die Scherfestigkeit und damit die Strapazierfähigkeit. Unter Scherfestigkeit versteht man im allgemeinen den möglichen Grad der Belastbarkeit. Scherfest ist eine Narbe dann, wenn sie den hohen Belastungen standhält. Zum Beispiel sollten sich beim "Grätschen" über den Rasen keine ganzen Stücke aus dem Boden lösen. Die Scherfestigkeit wird also vor allem auch durch die stärkere Verankerung - also der besseren Wurzelausbildung im Boden positiv beeinflusst (siehe oben) .

RSM 3.2. Sportrasen Regeneration (Aufwandmenge bei Nachsaat 20 gr/m²)

85 % Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) 3 empfohlene Sorten 

15 % Wiesenrispe (Poa pratensis) 1-2 empfohlene Sorten

Diese Mischung eignet sich aufgrund des Keimverhaltens des Deutschen Weidelgras insbesondere für die Nachsaat. Vor allem die guten Qualitätseigenschaften des Weidelgrases sprechen für diese Zusammensetzung. Diese Mischung sollte vor allem auf älteren Rasenplätzen zum Einsatz kommen, um durch die Etablierung von Deutschem Weidelgras die Strapazierfähigkeit und vor allem die Narbendichte zu erhöhen. Der geringe Anteil Wiesenrispe ist trotz des ungünstigeren Keimverhaltens aktzeptabel, da sich unter bestimmten Umständen auch die Wiesenrispe mit etablieren kann, z.B. im zeitigen Frühjahr oder Herbst. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Saatgutbehandlung. Verschiedene Firmen bieten behandeltes Saatgut an. Hierbei wird speziell die Wiesenrispe so behandelt dass die Keimruhe auf wenige Tage reduziert ist - der Nachteil der längeren Keimung wäre damit ausgeschaltet. Untersuchungen der DSV haben jedoch nicht unbedingt einen Vorteil ergeben. Unbehandelte Wiesenrispe kann unter günstigen Bedingungen den gleichen Erfolg bringen.   

Nachsäen und dann Schleppen

Die Nachsaat an sich kann entweder direkt mit dem Striegeln kombiniert werden, oder aber mit einem speziellen Nachsähgerät erfolgen. Die Kombination striegeln-nachsäen spart Zeit, da das Saatgut in einem Arbeitsschritt direkt in die entstandenen Lücken gelangt. Wird zusätzlich noch "Besandet" erhält das Saatgut sofort Bodenschluss und eine zügige Keimung wird begünstigt. Wenn eine Besandung erfolgt sollte der Sand und das Saatgut anschließend mit einer speziellen Schleppe in die Grasnarbe eingearbeitet werden. Diese Schleppe (Foto) sollte zur Grundausrüstung eines jeden Platzwartes gehören. Hiermit sollte der Platz regelmäßig abgezogen werden um Unebenheiten zu beseitigen. Den Einsatz von schweren Walzen halte ich prinzipiell für nicht sinnvoll, da unter Umständen wieder Bodenverdichtungen verursacht werden können - und diese  Verdichtungen müssten dann wieder teuer beseitigt werden.     

 Unkrautbekämpfung

Eine Unkrautbekämpfung wird auf den meisten Rasenplätzen entweder so gut wie gar nicht oder nie durchgeführt. Dementsprechend sehen die meisten Plätze natürlich aus. Auf benutzten Rasenflächen finden sich mit der Zeit spezifische Unkräuter ein. Ein hoher Unkrautbesatz ist charakteristisch für einen unzureichenden Erhaltungsaufwand, insbesondere hinsichtlich Düngung, Schnitt und Oberflächenlockerung. Unkräuter vermögen nämlich einerseits nur in eine offene, lückige Narbe einzudringen oder sie treten als spezifische Verdichtungsanzeiger bei Oberflächenverdichtung und damit gestörtem Wasser - Lufthaushalt auf. Erhaltung bzw. rasche Wiederherstellung von Narbendichte sowie Lockerung verdichteter Sportfeldböden sind folglich vorbeugende Maßnahmen, um den Unkrautbesatz einzuschränken. Darüber hinaus hat sich gezeigt, daß eine intensive mechanische Oberflächenbearbeitung gleichzeitig der Unkrautbekämpfung dient. Die verbreitesten Unkäuter auf Rasensportflächen sind:

Schafgarbe, Gänseblümchen, Wegerich Arten, Vogelknöterich, Löwenzahn, Hahnenfußarten und Weißklee.

Weißklee etabliert sich vor allem bei mangelnder Stickstoffdüngung. Klee ist in der Lage Luftstickstoff zu binden und hat somit bei mangelnder N-Düngung einen Vorteil gegenüber anderen Arten. Hahnenfuß hingegen ist eine "Zeigerpflanze"  für zu niedrige pH - Werte im Boden. Für Gräser liegen optimale pH Werte zwischen 5,5 - 6,5. Diese können durch regelmäßiges "Kalken" erreicht werden. Häufig werden auf Rasenflächen zu niedrige pH Werte vorgefunden. Ebenfalls negativ wirken sich schlechte pH Werte auf die Nährstoffverfügbarkeit aus. Hierdurch wird klar, dass auch durch spezielle Pflegemaßnahmen eine Unkrautregulierung erfolgen kann. Ist der Unkrautanteil jedoch deutlich  zu hoch, ist eine chemisch selektive Unkrautbehandlung erforderlich. Für diese Unkrautbekämpfung steht eine Reihe von Wirkstoffen zur Verfügung. Der Einfachheit halber werden häufig Breitbandherbizide einzeln oder in Kombination eingesetzt um eine großes Wirkungsspektrum zu erreichen. Bewährt hat sich vor allem der Einsatz von BANVEL M in Kombination mit LOREDO. Die Kombination dieser beiden Mittel erfasst alle üblichen Unkräuter. 

Eine derartige Herbizidanwendung setzt Wachstumstemperaturen voraus. Bei beiden Mitteln handelt es sich um sogenannte "Wuchsstoffe", die nur unter Wachstumsbedingungen funktionieren. Die Nachttemperaturen sollten nicht unter 10 °C abfallen und die Tagestemperaturen sollten bei Trockenheit 25 °C nicht überschreiten. Innerhalb der Vegetationsperiode liegt der günstigste Anwendungszeitraum von Herbiziden unter diesen Vorausetzungen in der Zeit von Mitte April bis Oktober. Meine Empfehlung ist es eine zeitige Maßnahme im April durchzuführen. Unkräuter werden in den Wochen nach der Maßnahme verschwinden und schaffen somit damit Platz für eine Nachsaat, die dann in der Spielpause ab Juni erfolgen kann. Auf jeden Fall sind bei beabsichtigter Herbizidanwendung, besonders in Wasserschutzgebieten, die jeweils geltenden Regelungen zu treffen.

 Durchführung der Maßnahmen

Die Durchführung der vorgestellten Maßnahmen sollte bereits im Vorfeld gut geplant werden. Gerne kann die Planung auch unter Berücksichtigung möglicher Eigenleistungen erfolgen. Dies würde nochmal zu einer Reduzierung der Gesamtkosten führen. Ziel muss es sein die spieltechnischen Eigenschaften eines Rasenplatzes stetig verbesern zu können. Hierbei bringen vor allem schon kleinere Maßnahmen Verbesserungen. Mein Anspruch ist es vor allem auch als Berater jederzeit ansprechbar zu sein. Insbesondere durch die Initiativen auf dem Rasenplatz in Mönninghausen kann man erkennen, dass sich bereits nach 1-2 Jahren deutlich positive Effekte erkennen lassen. Hierbei muss aber auch erwähnt werden das Rasenflächen einen kontinuierlichen Pflegebedarf haben. Eine einmalige intensive Regenerationsmaßnahme kann zwar schon zu Verbesserungen führen - werden dann aber notwendige Folgemaßnahmen nicht mehr durchgeführt "verpuffen" nicht nur die Investitionskosten sondern vor allem auch die erhofften Verbesserungen. In Zeiten leerer Kassen werden insbesondere auch die Aufwendungen für die Platzunterhaltung zurückgefahren. GREEN TEC kann ein Konzept anbieten dass sich vor allem auch an den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln orientiert. 

 Beispiel Rennovation Trainingsgelände Mönninghausen

Trainingsplatz Mönnighausen Frühjahr 2008

Trainingsplatz nach intensivem Vertikutieren, Besanden und Aerifizieren in Kombination mit einer Nachsaat

Auf unserem Trainingsplatz Mönninghausen war bis zuletzt kein vernünftiger Trainingsbetrieb mehr möglich. Im letzten Jahr entschieden wir uns dann eine Verbesserungsmaßnahme durchzuführen. Zunächst wurde die alte Narbe mit einer Kreiselegge stark "vertikutiert" und planiert. Danach wurden 50 to gewaschener Sand verteilt. Da der Platz in der Mitte deutlich stärker durchgespielt  und unebener war haben wir hier größere Mengen Sand verteilt (wie auf dem Foto zu sehen). Nach dem Besanden erfolgte ein tiefes Aerifizieren mit einem Verti Drain. Der zuvor aufgetragene Sand wurde dann mit einer schweren Sportplatzschleppe in die offenen Löcher eingearbeitet. In die neu entstandene "Rasentragschicht" wurde danach hochwertiges Saatgut mittels "Overseeder" eingebracht. Aufgrund des relativ feuchten Sommers musste danach nicht übermäßig beregnet werden. Zusätzlich wurde eine kleine Düngergabe im Herbst verabreicht. Eine abschließende Beurteilung der Maßnahmen erfolgt im Frühjahr 2009. Bisher sind nach der Etablierung einer neuen Grasnarbe die Verbesserung der spieltechnischen Eigenschaften deutlich zu spüren. Auch die Kosten sind aufgrund der hohen Eigenleistungen deutlich im Rahmen geblieben. Weitere Informationen hierzu folgen im Frühjahr...

 So darf es dann irgendwann mal aussehen...

   

Rasen im Signal Iduna Park Dortmund 2007

 

Dichte strapazierfähige Grasnarbe

 

Weitere Informationen folgen in Kürze....

GREEN TEC, Bernd Fiedler, Bönninghausen Nr. 20a, 59590 Geseke  | fiedler@green-tec-geseke.de 0173-5132386