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Wieso überhaupt Miscanthus??

Durch eine Grünlandberatung im Herbst 2005 auf dem Betrieb Treseler in Stockhausen bei Lübbecke, bin ich das erste mal auf "Miscanthus giganteus" aufmerksam geworden. Dieser Betrieb hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Hektar im Anbau und nutzte den Aufwuchs schon in der eigenen Hackschnitzelheizung. Mit dieser wird das Wohnhaus und ein Teil der Stallgebäude beheizt. Die thermische Nutzung von Miscanthus ermöglicht die völlige Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Durch diese Form der Verwertung bleibt die Wertschöpfung im eigenen Betrieb. Diese erhöht sich dann vor allem durch steigende Preise für Energie - insbesondere Öl oder Gas. Da die langjährige Entwicklung der Öl- und Gaspreise - aus meiner Sicht - weiter steigend sein wird, wird sich auch die Wertschöpfung und damit die Lukrativität eines solchen Konzeptes zunehmend steigern. Für mich Grund genug die Etablierung von Miscanthus in den nächsten Jahren weiter voranzutreiben.... 

Durch eine Veröffentlichung in der Lokalpresse ist im Frühjahr 2008 auch das Fernsehen auf meine Aktivitäten aufmerksam geworden. Einen ersten Bericht gab es im Frühjahr 2008 zusammen mit der WDR Lokalzeit Südwestfalen. Einen weiteren in der Aktuellen Stunde des WDR im Frühjahr 2009..

 

Funktioniert nicht?? Unter folgenden Links können Sie sich die Berichte ansehen:

WDR Lokalzeit Südwestfalen Bericht 2008:  //youtube.com/watch?v=Lxpspe13DCk

WDR Aktuelle Stunde Bericht 2009:            //youtube.com/watch?v=CMezzvSv7IE

 

 Miscanthus giganteus

 Einleitung

Miscanthus giganteus stammt ursprünglich aus Asien und ist eine Kreuzung aus Miscanthus sachariflorus und Miscanthus sinensis. Es ist ein ausdauerndes Gras - d.h. es treibt immer wieder "aus" und muss nicht jedes Jahr neu angepflanzt werden. Der lohnenswerte Wiederaustrieb liegt nach derzeitigen Erkenntnissen bei ca. 20 Jahren. Die Pflanzen werden nach einer Etablierungsphase von ca. 2-3 Jahren bereits bis zu vier Meter hoch. Unter den europäischen Klimabedingungen fangen die oberirdischen Pflanzenteile nach geringer Frosteinwirkung bereits im November an abzusterben. Die Pflanze hellt auf (siehe Foto) - Nährstoffe werden in den Wurzeln eingelagert. Die Blätter fallen während dieser Zeit ab - übrig bleiben die mit Mark gefüllten Stengel. Diese geben über die Wintermonate Wasser ab und trocknen bis zu ihrer Nutzung im März/April auf < 15 % Restfeuchte. Dadurch ist Miscanthus nach der Ernte dauerhaft lagerfähig und sofort weiterzuverarbeiten.  

 

 

Miscanthus Bestand in Paderborn Wewer Januar 2012

 

 Anbau

Der triploide Artbastard Miscanthus giganteus ist steril. D.h. in seiner Rispe (Fruchtstand) werden keine Samen gebildet - somit ist eine Vermehrung dieser Art nur vegetativ über Pflanzenteile möglich. Die Vermehrung erfolgt über die Wurzelausläufer sogenannte Rhizome. Miscanthus kann also nur über Pflanzenteile bzw. Pflanzgut weitervermehrt werden. Eine klassische Aussaat über Saatgut ist nicht möglich.

Die Standortvoraussetzungen zum Anbau von Miscanthus lassen sich prinzipiell an den Ansprüchen vom Mais ableiten. Generell kann man sagen - wo der Mais wächst, wächst auch Miscanthus. Laut Literatur ist der Anbau bis in Höhenlagen von 700 m über N.N. möglich. Besonders günstig sind jedoch Böden mit guter Wasserversorgung - staunasse Böden eignen sich überaupt nicht - somit scheiden vor allem Problemflächen aus, die über das ganze Jahr unter Wasser stehen - und vielleicht gerade aus diesem Grund in Betracht gezogen werden. Zumal sind diese Flächen vor allem im Frühjahr zur Ernte schwierig zu befahren - Bodenverdichtungen in Folge von zu nassen Erntebedingungen können nachhaltig die Bestände schwächen und somit die Erträge negativ beeinflussen. Ein guter Wasserhaushalt begünstigt ähnlich wie beim Mais sehr hohe Flächenerträge. Optimal sind sandige Böden mit guter Wasserversorgung. Häufig tritt die Frage auf ob Miscanthus nach Grünland- oder Stilllegungsumbrüchen angebaut werden kann - generell ist der Anbau trotz möglicher Gefährdung durch Drahtwürmer möglich - ein gewisses Restrisiko sollte aber berücksichtigt werden.

Der optimale Pflanztermin für Miscanthus ist im Monat April. Das Saatbett sollte ähnlich wie zum Mais gepflügt und entsprechend vorbereitet werden. Die Anbau- und Pflanzbedingungen werden durch eine gute Saatbettvorbereitung begünstigt. Grünland- oder Stillegungsflächen sollten bereits im Herbst vor der Anplanzung mittels Totalherbizid (Round Up) abgespritzt und am besten noch vor Winter gepflügt werden. Die optimale Pflanzdichte liegt bei etwa 1 Pflanze / m². Je nach Abstand zwischen den Reihen  0,75 - 1,00 m können die Abstände in der Reihe von 1,00 - 1,20 mittels Taktgeber variiert werden. Die Ablagetiefe liegt je nach Bodenbeschaffenheit zwischen 5 - 10 cm. Eine Rückverfestigung nach dem Pflanzen erhöht den Bodenschluss und die Auflaufrate. Für eine reibungslose und zügige Pflanzung sind vier Personen notwendig. Ein Hektar ist dann in ca 3 - 4 Stunden gepflanzt.

 

Kreiselegge mit aufgesattelter Pflanzmaschine

 

 

Funktioniert wieder nicht?? Unter folgendem Link können Sie die Pflanzmaschine im Einsatz sehen:

//youtube.com/watch?v=oDWtq6BThZQ

Neben der Anbautechnik und den Anbaubedingungen ist natürlich die Rhizomqualität entscheidend für den Anbauerfolg. Bei der Rhizombeschaffung vertraue ich einem erfahrenen "Vermehrungsbetrieb" der bereits seit mehreren Jahren Rhizome produziert und sehr gute Referenzen in ganz Deutschland und teilweise auch schon im Ausand vorweisen kann. Gerade bei der Qualität des Pflanzgutes sollten wesentliche Dinge berücksichtigt werden.

Das Pflanzgut sollte aus jungen Beständen gewonnen werden. Ältere Bestände haben häufig einen hohen Anteil sogenannter "Totrhizome" die die Auflaufquote deutlich verschlechtern. Auch sollten maximal 7 Tage zwischen der Rodung und dem geplanten Pflanztermin liegen - hier besteht sonst die Gefahr der Austrocknung der Rhizome. Nach Erfahrungen meines Rhizomlieferanten kann dieser Zeitraum jedoch gestreckt werden sobald die Rhizome direkt nach der Rodung bis auf 2 - 3° C Kerntemperatur runtergekühlt werden. Hier kann danach durchaus ein Zeitraum von bis zu 14 Tagen überbrückt werden.  Die Rhizomgröße hat einen entscheidenden Einfluss auf die Triebdichte /m². Je größer die Rhizome desto besser der Feldaufgang. Die Rhizome unseres Lieferanten haben eine Mindestlänge  von 10 - 20 cm und ein durchschnittliches Gewicht von mind. 50 - 100 g (ohne Bodenanhang). Kleinere Stücke (Beimenge) sollten zu mehreren oder mit einem großen Rhizom gepflanzt werden. Mehrere Augen (siehe Foto) pro Rhizom sichern einen mehrtriebigen Auflauf.

 

 

      

Rhizom (klein)

 

Rhizom (mittel)

 

Rhizom (groß)

 

!!!!!!   Wir garantieren Ihnen eine Hohe Qualität !!!!!!!!!! 

Nach den Erfahrungen von mittlerweile fünf Pflanzjahren haben wir festgestellt, daß die Qualität der Pflanzung und des Pflanzgutes die wichtigste Grundlage für Ihren Erfolg ist. Das war uns zwar von vornherein bewusst, doch gerade im stetigen Wettbewerb wollen wir damit punkten Ihnen den bestmöglichsten Feldaufgang zu  produzieren. In Absprache mit unserem Rhizomproduzenten erhalten Sie zum Pflanztermin immer etwas mehr Pflanzgut wie eigentlich benötigt. Die Anlieferung der Rhizome erfolgt in Big Packs in denen sich bis zu 5500 handsortierte Rhizome befinden. Je nach Gesamtmenge also etwa 

10 % zusätzlich!!

Sollten im zweiten Standjahr trotzdem Pflanzen fehlen oder größere Lücken entstanden sein bekommen sie zum Nachpflanzen kostenlos Rhizome nachgeliefert.. 

 

 

Miscanthusbestand nach dem 1. Etablierungsjahr mit sehr guter "Pflanzendichte" - nach Unkrautregulierung

 

 

Bestandesführung

Die Dauerkultur Miscanthus ist im Verhältnis zu anderen Kulturpflanzen eine sehr anspruchslose Pflanze. Der Aufwand im Pflanzjahr ist wegen der notwendigen Pflanzenschutzmaßnahmen am höchsten. 

In den ersten beiden Jahren können Miscanthusbestände stark verunkrauten. Hier sollte entweder eine mechanische oder chemische Unkrautregulierung erfolgen. Grundsätzlich eignen sich alle im Mais zugelassenen Mittel. Jedoch sind diese in Deutschland nicht offiziell im Miscanthus zugelassen. Zur Anwendung ist eine Sondergenehmigung bei der Landwirtschaftskammer zu beantragen.

 

Miscanthusbestand im ersten Anbaujahr - nach 2 maliger chem. Unkrautregulierung

 

 Eine Düngung ist in der Regel nicht notwendig. Vor allem im Pflanzjahr kann eine überzogene N - Düngung die Winterhärte negativ beeinflussen - die Gefahr - Miscanthus könnte sich überwachsen und in Folge auswintern. Kleinere N - Gaben können ab dem 2 - 3 Anbaujahr Sinn machen und die Nährstoffumsetzung der Blätter im Boden förden. Aktuell laufen kleinere Düngeversuche in denen getestet wird welche Mengen Dünger im Miscanthus sinnvoll wären.

Der jährliche Aufwuchs eines Miscanthus Bestandes beginnt mit der Triebbildung ab Mitte bis Ende April. Ein hoher Ausreifungsgrad und Energiegehalt in den Rhizomen ist für das zeitgerechte Austreiben und für eine optimale Triebzahl/Pflanze/Fläche entscheidend. Bis ca. Juli erfolgt eine Abreicherung der Reservestoffe aus den Rhizomen. Zu diesem Zeitpunkt weisen die Rhizome den niedrigsten Energiegehalt auf. Nach Erreichen der maximalen Blattfläche - ca. ab Mitte August - beginnt eine Verlagerung von Assimilaten in die neu gebildeten Tochterrhizome. Die mögliche Nutzungsdauer von Miscanthus ist unter unseren Klimabedingungen noch nicht eindeutig geklärt. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer wird in der Literatur mit 15-20 Jahren geschätzt. Nach einer 2-3 jährigen Etablierungsphase folgen ca. 15. Hauptnutzungsjahre. Ab dem 15. Nutzungsjahr kommt es zu einem Auseinanderreißen der ursprünglich kompakten Horste und zu einer ungleichmäßigen Vertlung in kleinere Horste über die gesamte Fläche. Eine Zuordnung der kleinen Horste zu den ausgepflanzten Rhizomstücken ist nicht mehr möglich. Im ersten Jahr wachsen aus den vorhandenen Augen (Knospen) 40 bis 70 cm hohe Stängel (siehe Bild oben). Unterirdisch werden weitere Rhizome mit schlafenden Augen für den nächstjährigen Austrieb angelegt. Von den Rhizomen setzen sich Feinwrzeln ab, die der Wasser- und Nährstoffversorgung dienen. In den Monaten September und Oktober erfolgt die Verlagerung von Reservestoffen in die Rhizome. Bei den Jungpflanzen erfolgt diese Einlagerung relativ spät. und wird durch eine zusätzliche Stickstoffversorgung zusätzlich verzögert. Da eine rechtzeitige und vor allem möglichst umfassende Einlagerung von Reservestoffen wichtig ist für die Winterfestigkeit, kann eine zu hohe Stickstoffversorgung während des Hauptwachstums (Juli und August) zu Ausfällen im ersten Winter führen. Ausfälle in der Höhe von bis zu 7% werden von den benachbarten Pflanzen kompensiert, höhere Ausfälle, besonders wenn sie flächenhaft auftreten, sind auf alle Fälle nachzusetzen. 

Die im ersten Jahr gebildete Masse ist meist nicht nennenswert und wird meistens nicht geerntet; im ersten Jahr sollte der Aufwuchs dann gemäht oder geschlegelt werden. Der Aufwuchs des zweiten Jahres wird je nach Klimalage bis zu 3 Meter hoch und wird im Frühjahr des 3. Jahres geerntet. Auf Böden mit geringem Unkrautdruck kann hiernach eine Unkrautbekämpfung entfallen, bei hartnäckigen Wurzelunkräutern wie z.B. Quecke könnte diese evtl. notwendig sein. Zum Beispiel mit Round Up vor dem Wiederaustrieb der Pflanzen. Im vierten Jahr wächst erstmals die volle Ertragsleistung heran; die Bestände werden 3 bis 4 Meter hoch. Bis zum 6. Jahr steigt die Ertragsleistung weiter leicht an und erreicht efahrungsgemäß hier ihren Höhepunkt. Ab dem 6. bis 7. Jahr beginnen die Pflanzen ihren Standraum völlig auszuschöpfen. Sie stoßen im Wurzelbereich zusammen und beginnen sich damit gegenseitig Konkurrenz zu machen. Die Pflanzen reagieren mit einer Reduktion der Stängelzahl und einer etwas geringeren Wuchshöhe. Im Zentrum der Wurzelstöcke beginnen die Rhizome abzusterben. Die Folge sind Freiräume im Inneren der ursprünglichen Pflanze. Diese Freiräume werden dann nur noch wenig von Rhizomen durchwachsen. Nach bisherigen Erkenntnissen pendelt sich der Ertrag ab dem 7. Standjahr auf ein konstantes Niveau ein. 

Die Niederschlagsmenge und -verteilung haben im hohen Maße Einfluss auf das Wachstumsverhalten.  Nach dem Austreiben bildet sich innerhalb weniger Tage eine große Blattmasse und je nach Witterungsverlauf kommt es zu einem mehr oder weniger starken Streckenwachstum. Bereits Ende Mai können bei einer konstant guten Wasserversorgung Wuchshöhen zwischen 50 und 80 erreicht werden. Bis Vegetationsende können Wuchshöhen bis 4 Meter erreicht werden. Erfahrungsgemäß werden die Bestände in den Niederungslagen deutlich höher als Bestände die auf "Mais Grenzstandorten" also in Höhenlagen angebaut werden.  Dies ist bereits in einer Höhenlage von ca. 200 m ü.N.N. deutlich zu erkennen. Ob sich dieser optische Eindruck auch ertragswirksam ist konnte abschließend noch nicht gekärt werden. 

Im jährlichen Turnus beginnt Miscanthus Ende August mit der Verlagerung von Reservestoffen in das Rhizomsystem. Besonders im September und Oktober werden die Speicherorgane aufgefüllt. Im Bestand selber ist der Vorgang erkennbar, indem sich im unteren Bestandesbereich die Blätter langsam gelb färben. Die obere Blattzone bleibt bis zu den ersten Frösten grün. Die Abreife erfolgt also über die gesamte Winterperiode und ist zum Frühjahr abgeschlossen. Während dieser "Abreife" wirft der Miscanthus den Blattapparat nahezu vollständig ab. Die herabgefallenen Blätter bedecken den Boden flächendeckend und sorgen somit für eine sehr gute Unkrautunterdrückung in der nachfolgenden Vegetationsperiode. Zudem werden über die nährsoffreichen Blätter die Umsetzunsprozesse im Boden gefördert und somit der Nährstoffkreislauf aufrecht erhalten. Die abzuerntenden Stängel geben bis zur Ernte kontinuierlich Wasser ab - die Restfeuchte zur Ernte beträgt zwischen 12 - 17 %. Miscanthus ist somit dauerhaft lagerfähig. Durch die geringe Restfeuchte werden unerwünschte Fäulniss- oder Silierprozesse unterbunden.

 

 

Miscanthusbestand kurz vor der Ernte

 

 Erträge

Die diversen im Umlauf befindlichen Ertragsleistungen von Miscanthus sollen mit Vorsicht betrachtet und nicht ohne Hinterfragen auf den eigenen Betrieb umgelegt werden. Zu sehr werden die Erträge beeinflusst von Bodenbonität, Höhenlage, Wasserversorgung, Temperatur und Kleinklima des Standortes. Zusätzlich handelt es sich meistens um Ertragserhebungen von Veruchsfächen.

Folgende Trockenmasserträge sind zu erwarten:

Erträge 2. Anbaujahr:                                        5.000 bis 7.000 kg/ha TM

Erträge 3. Anbaujahr und Folgejahre:         15.000 bis 22.000 kg/ha TM

Auf gut wasserführenden humosen Braunerdeböden in Maislagen empfiehlt sich für die Kalkulierung eine Ertragsannahme von 17.000 kg/ha TM als durchschnittliche Flächenleistung über eine Ertragsdauer von 18 Jahren. Auf leichteren sehr sandigen Böden ist aufgrund der schlechten Wasserführung mit entsprechend geringeren durchschnittlichen Erträgen in der Höhe von 14.000 kg/ha TM zu kalkulieren. Das gleiche gilt auch für Höhenlagen ab 300 m. Die immer wieder kolportierten sehr hohen TM - Erträgen sind für die Praxis kritisch zu sehen. Oft wird auch die geerntete Menge an Häckselgut irrtümlich mit Trockenmasse gleichgesetzt. Um die Erträge jedoch realistisch auszurechnen ist bei einem Wassergehalt von 15 % der tatsächliche TM Ertrag 85 % der eigentlichen Erntemenge. Das wären bei 20 to Erntemenge/ha also 17 to Trockenmasse. Dies sollte immer mit berücksichtigt werden, vor allem bei der Berechnung als Heizölaquivalent.

Die ältesten für Heizzwecke genutzten Miscanthusbestände in Oberösterreich befanden sich 2008 im 18. Nutzungsjahr. Diese liefern in den  letzten sechs bis neun Jahren relativ konstante Erträge. Erschöpfungszustände sind derzeit keine zu erkennen. Es kann davon ausgegangen werden dass diese Bestände auch in den kommenden Jahren ähnlich hohe und vor allem konstante Massenerträge zu liefern im Stande sind. Eine Nutzungsdauer von mehr als 20 Jahren unter Praxisbedingungen scheint aus heutiger Sicht realistisch. 

 Ernte  

Der Erntetermin und die Erntetechnik sind bei Miscanthus stark von der Nutzung abhängig » Kapitel Nutzung und Verwertung. Um den höchstmöglichen Trockenmasseertrag zu erzielen wäre eine Nutzung vor Winter zu empfehlen, da hier der Blattapparat mitgeerntet werden könnte. Feuchtegehalte von 50 % und mehr führen dann aber zu Siliertätigkeiten und Fäulnissprozessen. Das Erntegut müsste dann also einsiliert werden. Dies ist jedoch nicht praktikabel da der Miscanthus überwiegend trocken geerntet werden soll. Im Winter und Frühjahr kommt es je nach Witterungsverlauf sowohl zu einer wesentlichen Verminderung des Wassergehaltes im Erntegut als auch zum Verlust großer Teile der Blattmasse. Diese Verluste werden aber gern in Kauf genommen, da eine Nährstoffrücklieferung den Umsetzungsprozessen im Boden dient. In der Praxis hat sich eine Ernte im Zeitraum Anfang bis Mitte April, also kurz vor dem Wiederaustrieb durchgesetzt. Optimal wäre eine trockene Wetterphase vor der Ernte, um den Wassergehalt niedrig zu halten. Auch sind trockene Bodenverhältnisse deutlich günstiger im Hinblick auf Bodenverdichtungen durch schweres Erntegerät.  Vor allem Miscanthus kann hier mit deutlichen Ertragseinbußen reagieren. Die Abreife von Miscanthus und die damit entscheidende Reduzierung des Wassergehaltes erfolgt erst in den letzten Wochen vor der Ernte. Nach Literaturangaben weist Miscanthus auch im Februar noch einen Wassergehalt von 50 % auf. Selbst Anfang bis Mitte März kann noch von einem Wassergehalt zwischen  30 - 40 % ausgegangen werden. Zum April werden erstmals 20 % unterschritten. Zum Erntetermin selbst sind dann 15 % Restfeuchte problemlos zu erreichen. Kritische Wassergehalte liegen um 20 % Feuchte. Ab hier ist mit einer Silietätigkeit damit Erhitzung und Schimmelbildung beim Häckselgut zu rechnen. Messunge am eigenen Erntegut haben in den letzten zwei Jahren zwischen 12 und 14 % Wassergehalt ergeben.

Miscanthus - Häcksel

Die Häcksellänge soll 2 - 3 cm betragen. Längen unter 2 cm und vor allem Überlängen sollen vermieden werden. Diese sind vor allem beim Heizbetrieb problematisch und führen zu Verstopfungen bei der Zuführtechnik einer Hackschnitzelanlage. Die Häckselqualität wird maßgeblich von der Erntetechnik und dem Zustand der Erntemaschinen insbesondere der Messerqaulität beeiflusst. Gebrauchte Messer bringen keine exakte Schnitte mehr, die Stängel sind stark ausgefranst und die Staubbildung steigt drastisch. 

Zum Einsatz kommen heute vor allem schwere Maishäcksler mit reihenunabhängigen Vorsätzen. Durchgesetzt hat sich der Trommelhäcksler. Entscheidend bei der Ernte ist, dass immer ausreichend Material zum Einzug vorhanden ist, damit sind gleichmäßige Längen und saubere Schnitte möglich. Zudem müssen die Vorpresswalzen des Häckslers auf "Druck" eingestellt werden damit das im Verhältnis zu Mais leichtere Erntegut reibungslos vom Häcksler aufgenommen werden kann.

 

Miscanthus Ernte in Geseke Frühjahr 2008

 

 

 

 Miscanthusernte 2010

Miscanthus transportwürdiger machen - unter dem Motto stand die diesjährige Ernte.  Zusammen mit dem Lohnunternehmen Kleine - Wietfeld aus Mastholte und der Fa. Claas konnte in diesem Jahr ein neues Ernteverfahren getestet werden. Hierzu wurde eine Claas Quaderballenpresse so umgebaut dass sie direkt mit dem Häcksler "befüllt" werden kann. Vor allem das Problem der "Transportunwürdigkeit" wird hierdurch behoben -  weitere Transportwege können nun in Kauf genommen werden.Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung - die Anbauwürdigkeit bzw. Wertschöpfung von MIscanthus können sich dadurch weiter steigern..

Wenn das Video immer noch nicht geht?!?

 Hier gehts zum Video:  //youtube.com/watch?v=ODLHFpY5rNc

Miscanthus Ernte 2011 auf dem gleichen Schlag 1 Jahr später...

 

 

 

 

 

umgebaute Quaderpresse im Ernteeinsatz

 

 

 

 

   

fertiges Bund

 

erste Ernte im zweiten Standjahr - 24 Ballen a` 340 kg

 

 

Verwertung  

Miscanthus wird im ursprünglichen Verbreitungsgebiet Südostasiens im Besonderen als Wind- und Erosionsschutz angebaut. Der junge Aufwuchs wird dort regional sogar auch als Viehfutter genutzt, wobei sich ältere Pflanzen wegen des hohen Rohfasergehaltes nicht mehr eignen. Die praxisübliche jährliche erntbare oberirdische Biomasse vom Miscanthus wird derzeit überwiegend energetisch verwertet oder im industriellen Rohstoffbereich eingesetzt.

Im besonderen werden angeführt: 

  • Thermisch energetische Verwertung, Verfeuerung in Biomassekesseln
  •  Industrierohsoff
    •  Leichtbeton - Schallschutzelemente  
    •  Elemente für Fertighäuer - 1. Miscanthushaus in der Schweiz 2006 errichtet
    •  Dämmputze Wärmedämmwert: 0,03 bis 0,04 /mxK
    •  Schüttdämmungen
    •  Rohstoff für Fensterprofile
    •  Zellstoffproduktion
    • Ölbindemittel
    • Kunststoffersatz
  •   Hochwertiges extrem saugfähiges Tiereinstreu z.B. für Pferde 
  •   Abdeckmaterial als Rindenmulchersatz
  •   Zierpflanze im Garten Sicht- und Windschutz
  •   ideale Wildackerpflanze - fast ganzjährige Deckung für Hoch- und Niederwild (siehe Bild weiter unten)

        Mehr auch unter  www.miscanthus.de/verwertung.htm

 Verfeuerung in Biomassekesseln

Während der Ölkrise in den 70igern wurde das Interesse geweckt Miscanthus als Industrie- und Enegiepflanze zu nutzen. Auswinterungsprobleme, ungenügende Anbauerfahrung und hohe Kosten führten znächst zu Rückschlägen und Zurückhaltung. Aber die Entwicklung der Erdölpreise in den letzten Jahren weckte erneutes Interesse an der Nutzung von Miscanthus. So stieg das Interesse an Miscanthus in den letzten 4 Jahren ähnlich rasant wie die Ölpreise. Somit hat auch die Anbaudichte von Miscanthus deutlich zugenommen. Aus wenigen Hektarn im Jahr 2000 sind im letzten Anbaujahr schätzungsweise an die 1000 ha in ganz Deutschland geworden. Der wesentliche Anteil dieser Flächen wird sicherlich der Verfeuerung in Biomasse Heizanlagen zugeführt. Diese ist aus Sicht der Wertschöpfung meiner Meinung die interessanteste. Durch den Anbau von Miscanthus besteht die Möglichkeit sein eigener Energieversorger zu werden und damit gänzlich unabhängig von fossilen Brennstoffen zu sein.

Miscanthus darf in Deutschland offiziell als Brennstoff verwendet weden. In der Diskussion um die Verknappung von landwirtschaftlicher Nutzfläche zur Erzeugung von Nahrungsmitteln durch die Ausdehnung des Energiepflanzenanbaus ist Miscanthus aktuell die Pflanze mit der höchsten "Energiedichte" pro Hektar. Aufgrund des guten Heizwertes von Miscanthus kann auf guten Standorten ein "Heizölertrag" von ca. 7000 Litern angerechnet werden. Zum Vergleich - Raps ist mit einem Ölertrag von ca. 2500 Litern /ha deutlich schlechter.  Mais bringt bei der Biogaserzeugung ca. 5000 Liter Heizoel /ha.

Der Heizwert von Miscanthus wird in der Literatur mit ca. 4,5 kW/kg angegeben.

Anders formuliert 2,23 kg Miscanthus ersetzen 1 Liter Heizöl.  

18.000 kg /ha TM Ertrag = ca. 8000 Liter Heizöl. 

Mit einem Hektar Miscanthus kann also eine großer Energiebedarf gedeckt werden. Miscanthus kann mit einer Restfeuchte von 15% nach der Ernte direkt in Biomassekesseln verbrannt werden.

 

Schematischer Aufbau eines Biomassekessels mit Fördertechnik und Vorratsbunker

 

Die thermische Nutzung von Miscanthus zur eigenen Energieversorgung ist meiner Meinung nach am lukrativsten. In diesem Zusammenhang möchte ich aber auch die Probleme bei der Verfeuerung ansprechen. Ein solches Konzept funktioniert grundsätzlich nur unter folgenden Voraussetzungen:

Ein ausreichender Energiebedarf - je mehr fossiler Brennstoff ersetzt werden kann desto besser, die höheren Investitionen für den Biomassekessel sind somit schnell amortisiert.

Große Lagerkapazitäten - Miscanthus sollte nach der Ernte trocken lagern, aufgrund der hohen Erntemengen und des niedrigen Schuttgewichtes sind große Lageräume notwendig - 1 to Miscanthus entsprechen 8 m³.

Hofnahe eigene Flächen - Miscanthus ist aufgrund des geringen Schüttgewichtes transportunwürdig - lange Tranpsortwege verursachen hohe Kosten. Je näher potentielle Flächen an der Hofstelle liegen desto attraktiver sind sie. Eigene Flächen verursachen zudem keine zusätzlichen Kosten für Pacht.

Geeignete Biomassekessel - Nicht jeder Hersteller hält auch das was er verspricht. Die Verbrennung von Miscanthus ist mit mehreren Problemen verbunden. Vor allem die Schlackebildung ist in diesem Zusammenhang zu nennen. Miscanthus hat einen niedrigen Ascheschmelzpunkt - d.h. die Asche verflüssigt sich bereits im Kessel und bildet Klumpen. Hierdurch kann die Funktionalität der Anlagen beeinträchtigt werden. Verschiedene Hersteller versuchen dieser Verschlackung entgegen zu wirken. Die Firma DÖPIK  http://www.doepik.de/ arbeitet mit einem "Kratzboden" der diese Brückenbildung verhindert und eine saubere Verbrennung gewährleistet.  

 

Mit Wildacker Geld verdienen !?!? 

 

 

Miscanthus als Wildacker

 

 Miscanthus /Elefantengras ist eine lohnenswerte Alternative !!

Die Etablierung von Miscanthus bzw. Elefantengras hat in den letzten Jahren - vor allem im Hinblick auf eine mögliche thermische Nutzung - enorm an Bedeutung gewonnen. Dabei sind die Verwertungs- und Nutzungsmöglichkeiten ebenso zahlreich wie vielseitig -> siehe GREEN ENERGY. In einigen Regionen haben sich etablierte Miscanthusbestände nicht nur als sehenswerte Landschaftselemente hervorgetan - diese Flächen haben sich ebenso als Anziehungspunkt für heimsche Wildarten erwiesen. 

Die Vorteile im einzelnen:

  • fast ganzjährige Deckung für alle Wildarten - Hoch- und Niederwild
  • ideal für die Drückjagd
  • keine aufwendigen Pflegemaßnahmen nach Etablierungsphase notwendig
  • einmalige Anpflanzung danach Nutzungsdauer von über 20 Jahren
  • entschärft die Probleme vom zunehmenden Maisanbau - kein Maiszünslerbefall
  • idealer Rückzug für Schwarzwild.
  •  und und und...

 Die Wertschöpfung besteht in der jährlichen Nutzung des Aufwuchses. Die Beerntung der Bestände kann Ende März Anfang April mit herkömmlicher Maiserntetechnik erfolgen. Das Erntegut kann verschiedenen Verwertungsmöglichkeiten zugeführt werden. Gerne stellen wir in Ihrer Region den Kontakt zu möglichen Abnehmern her. 

Sollten wir Ihr Interesse geweckt oder Sie Fragen haben sprechen Sie mich gerne an - Tel: 0160/94916915 !! 

 

 

 

GREEN TEC, Bernd Fiedler, Bönninghausen Nr. 20a, 59590 Geseke  | fiedler@green-tec-geseke.de 0173-5132386